Bereit, weil Ihr bereit seid – Der Auftakt zur Bundestagswahl in Ravensburg ist gelungen.

19.07.21 auf der Veitsburg in Ravensburg

Claudia Roth, Agnieszka Brugger und Carmen Krämer stellen sich den Fragen der Zuhörer:innen

Der Beginn

Die Treppe hinauf oder im Kampf um die wenigen Parkplätze – 130 Personen sind erschienen, um den Auftakt der Bundestagswahl gemeinsam mit Agnieska Brugger, Manne Lucha und Claudia Roth zu feiern.

Manne Lucha, Minister für Soziales und Gesundheit, mit einem Rückblick

Gewohnt souverän: Agnieska Brugger bei ihren Grußworten.

Mit ihrer familiären Verbundenheit zu Ravensburg begann die Augsburgerin Caludia Roth ihre Rede und rahmte sie in das Zitat von Bertold Brecht: „Ändere die Welt, sie braucht es“. Nach dankenden Worten an den Gesundheitsminister warnte sie, dass Covid weltweit noch nicht vorbei ist und verurteilte entschieden die „inakzeptablen“ Machenschaften der UEFA.

Thematisch wanderte sie von global aktuellen Covid-Beispielen, über die positive Entwicklung gegenüber dem deutschen Kolonialismus in Namibia bis zu den hiesigen Folgen von Covid mit dem Anwachsen von Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Zur Veränderung in der Partei der Grünen kam sie zu sprechen und lobte durch den Einsatz von Annalena Baerbock und Robert Habeck die verbesserte Kommunikation, den Teamgeist und das Bewusstsein, in der Gesellschaft Bündnisse schließen zu wollen. Dies entspreche ebenso der Politik des Gehörtwerdens von Wilfried Kretschmann als Gegenentwurf zu „Arroganz der Macht“ der bisherigen politischen Führung. Beispielgebend für diesen neuen Politikstil, Fehler zuzugeben, sei Annalena Baerbock in ihrem letzten Interview.

Eine kämpferische aber auch nachdenkliche Claudia Roth, die den Mitgliedern gute Begründungen für ihr Wahlengagement auf den Weg gibt und weit in die Zukunft blickt.

„Alle ist drin und so viel ist möglich!“ rief Claudia Roth die Zuhörer:innen auf, die Kipppunkte der Coronakrise zu einem Wendepunkt der Klimakrise zu machen. Dabei bezog sie sich auf die „obszöne Ungleichverteilung“ in der Welt, die den Hunger ansteigen lasse. Die Grünen ist die Partei, die nicht national gefangen sei und könne damit für einen gerechteren Planeten sorgen, sich gegen Repressionen gegen Journalisten einsetzen, gegen den Verlust der Artenvielfalt kämpfen, die Nachhaltigkeitsziele der UN wieder als Maßstab nehmen und die Wirtschaft mit der Umwelt versöhnen. Mit den Worten „there are no jobs on a death planet“ wies Claudia Roth darauf hin, dass die klimabedingte Vertreibung von Menschen eine ungeklärte Völkerrechtsfrage ist und die Transformation der Wirtschaft neue Arbeitsplätze bringt, aber ein Ignorieren der Klimakrise keine Lösung ist.

Fairness forderte Claudia Roth für Frauen mit einem Entgeld-Gleichheitsgesetz und mehr gesellschaftliche Anerkennung für „Frauenberufe“ und auch für Kinder, deren Bedürfnisse in der Koronakrise nicht gehört worden sind. Eine Kindergrundsicherung soll die Armut von bisher jedem 5. Kind abwenden und ihnen Chancen zur Beteiligung an der Gesellschaft ermöglichen.

Sie prangerte unsagbare Missstände in Flüchtlingslagern ebenso an wie den Angriff auf die Demokratie und die mangelnde Abbildung der Bevölkerungsvielfalt in den Stadträten. Sie wünscht sich etwas, was sie nie von sich selbst geglaubt hatte: Verfassungsschützerin werden, um die Demokratie zu stärken und zählt Feminismus zu den Vorteilen für jeden Einzelnen, von männlich dominierter Macht befreit zu werden.

Mit diesem Hinweis begann das Warm up für die Mitglieder zur Bundestagskampagne. Claudia Roth erinnerte uns daran, ruhig zu bleiben, geschlossen und nicht überheblich zu sein, zuzuhören, zu erklären und zu politisieren. „Verändere die Regierung, die Welt braucht es“, war ihr Resümee für diesen gelungenen Abend.

Beitrag: Kati Kästner

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